AWS weitet die Nutzung von recyceltem Wasser auf über 120 Rechenzentren in den USA aus.
• AWS wird in mehr als 120 US-Rechenzentren – im Vergleich zu 24 – recyceltes Wasser verwenden und dadurch schätzungsweise 530 Millionen Gallonen Trinkwasser pro Jahr einsparen.
• Die Initiative trägt dazu bei, dass Amazon bis 2030 eine positive Wasserbilanz erreichen kann. Bis Ende 2024 wurden bereits 53 % dieses Ziels erreicht.
• Die Erweiterung spiegelt den zunehmenden Fokus von Regulierungsbehörden und der Öffentlichkeit auf den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser im Rahmen des Betriebs digitaler Infrastrukturen wider.
AWS skaliert Recyclingwassersysteme landesweit
Amazon Web Services (AWS) weitet die Nutzung von Recyclingwasser in seinem US-amerikanischen Rechenzentrumsnetzwerk aus – eine der bisher umfangreichsten Initiativen des Unternehmens zur Ressourceneffizienz. Das Programm, das mittlerweile über 120 Standorte umfasst (zuvor 24), soll jährlich über 530 Millionen Gallonen Trinkwasser einsparen, was etwa 800 olympischen Schwimmbecken entspricht.
Die Initiative ist ein zentraler Bestandteil der AWS-Strategie, die Belastung der lokalen Wasserversorgung zu reduzieren und gleichzeitig den Kühlbedarf der rasch wachsenden digitalen Infrastruktur zu decken. Da Rechenzentren für den globalen Cloud-Betrieb immer wichtiger werden, rücken ihr Wasser- und Energieverbrauch zunehmend in den Fokus von Politikern und Gemeinden in dürregefährdeten Regionen.
Infrastruktur für recyceltes Wasser und Daten
Recyceltes oder wiederaufbereitetes Wasser stammt aus Kläranlagen und wird weiter aufbereitet, um es für industrielle und landwirtschaftliche Zwecke geeignet zu machen. Bei AWS dient es als nachhaltige Kühlressource. Die meisten AWS-Rechenzentren nutzen den Großteil des Jahres Luftkühlung, schalten aber in den wärmeren Monaten auf Verdunstungskühlung um, die Wasser zur Regulierung der Innentemperaturen benötigt.
Im Rahmen des Programms arbeitet AWS mit kommunalen Wasserversorgern zusammen, um aufbereitetes Abwasser zu gewinnen, es weiter zu reinigen, um Sicherheits- und technische Standards zu erfüllen, und es dann anstelle von Trinkwasser für Kühlprozesse zu nutzen. Dieses Partnerschaftsmodell ermöglicht es den Versorgern, ihre Abwassereinleitung zu reduzieren, während AWS seine Abhängigkeit von lokalen Trinkwasserreserven verringert – ein sich gegenseitig verstärkendes Modell der Kreislaufwirtschaft.
Governance, Risiko und regionale Auswirkungen
Wasserknappheit hat sich in mehreren US-Bundesstaaten, insbesondere im Westen und Südwesten, zu einem zentralen Infrastrukturrisiko entwickelt. Bundes- und Landesbehörden verschärfen die Standards für die industrielle Wassernutzung, während lokale Behörden zunehmend Transparenz von Unternehmen hinsichtlich Entnahme, Wiederverwendung und Wiederauffüllung fordern.
AWS' Umstellung auf recyceltes Wasser stärkt sowohl die operative Stabilität als auch die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen. Durch die Angleichung seiner Praktiken an regionale Programme zur Wasserwiederverwendung festigt das Unternehmen seine Geschäftsgrundlage in Regionen, in denen die Genehmigung von Rechenzentren zunehmend auf Widerstand aus Umweltgründen stößt. Das Modell kann auch anderen Hyperscale-Betreibern als Vorbild dienen, die ähnliche Nachhaltigkeitserwartungen von Investoren und Regulierungsbehörden erfüllen müssen.
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Auf dem Weg zu einer wasserpositiven Zukunft
Die Ausweitung der Nutzung von Recyclingwasser trägt zu Amazons übergeordnetem Ziel bei, bis 2030 wasserpositiv zu werden – definiert als mehr Wasser an die Gemeinden zurückzugeben, als das Unternehmen in seinen direkten Geschäftstätigkeiten verbraucht. Bis Ende 2024 erreichte AWS nach eigenen Angaben 53 % dieses Ziels. Dies spiegelt Fortschritte bei Effizienzsteigerungen, Projekten zur Wiederauffüllung der Grundwasserressourcen und Partnerschaften mit lokalen Wasserbehörden wider.
Um eine vollständige Wasserbilanz zu erreichen, müssen ähnliche Initiativen weltweit ausgeweitet und an neue Berichtsrahmen angepasst werden, darunter die Taskforce on Nature-related Financial Disclosures (TNFD) und die Biodiversitätsziele von Unternehmen im Rahmen der EU-Richtlinie zur sozialen Verantwortung von Unternehmen (CSRD). Für AWS positioniert sich das Unternehmen mit diesem Schritt zudem im Hinblick auf mögliche Offenlegungspflichten zum Umweltmanagement im Technologiesektor.
Was das für Investoren und politische Entscheidungsträger bedeutet
Für ESG-Investoren stellt die Expansion von AWS einen wichtigen Schritt zur Bewältigung einer der sichtbarsten Umweltauswirkungen des Technologiesektors dar. Die Initiative verdeutlicht, wie große digitale Unternehmen durch Innovation und branchenübergreifende Zusammenarbeit – und nicht nur durch inkrementelle Effizienzsteigerungen – die lokale Wasserknappheit verringern können.
Für politische Entscheidungsträger bietet es eine Fallstudie darüber, wie die Zusammenarbeit zwischen öffentlichem und privatem Sektor im Bereich der Wasseraufbereitung die Widerstandsfähigkeit der kommunalen Infrastruktur stärken und den Wettbewerb zwischen industriellem und privatem Wasserbedarf verringern kann.
Angesichts der zunehmenden globalen Wasserknappheit spiegelt der Ansatz von AWS einen umfassenderen Wandel in der Nachhaltigkeitsstrategie wider – von der Schadensminimierung hin zur aktiven Wiederauffüllung gemeinsamer Ressourcen – und veranschaulicht, wie Governance, Finanzen und Umweltprioritäten in einer der ressourcenintensivsten Branchen der Welt zusammengeführt werden können.
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