Globale Unternehmen bekräftigen ihre Netto-Null-Verpflichtungen angesichts der zunehmenden Dekarbonisierungsinstrumente, so Accenture.
• 41 Prozent der 2,000 größten Unternehmen der Welt haben sich nun Netto-Null-Ziele für ihre Wertschöpfungskette gesetzt und damit den Rückgang des Vorjahres umgekehrt.
• Unternehmen setzen ein breiteres Spektrum an Dekarbonisierungsinstrumenten ein; 13 von 21 Hebeln werden mittlerweile von mehr als der Hälfte der 4,000 größten Unternehmen der Welt angewendet.
• Nur noch 16 Prozent sind auf Kurs, bis 2050 operative Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Dies unterstreicht die wachsende Lücke zwischen Erfolg und Misserfolg trotz stärkerer Signale in Richtung guter Regierungsführung und Investitionen.
Ein erneuter Anlauf nach einem Jahr des Zögerns
Die weltweit größten Unternehmen haben nach einer Pause im letzten Jahr ihre Zielsetzungen für Netto-Null-Wertschöpfungsketten wieder aufgenommen, obwohl sich die politischen Gräben in der Klimapolitik vertiefen. Eine neue Analyse von Accenture zeigt, dass die Ambitionen der Unternehmen in allen Regionen, einschließlich Nordamerika, wo die Dynamik ins Stocken geraten war, wieder steigen. Dieser Anstieg geht einher mit der Erweiterung der Dekarbonisierungsinstrumente, die in die Betriebsabläufe, Lieferketten und Investitionsplanungen der Unternehmen integriert sind. Dies deutet auf einen Wandel von der Klimarhetorik hin zu einem umfassenderen Strukturwandel hin.
Der Accenture-Bericht „Destination Net Zero 2025“ analysierte die öffentlichen Angaben der 4,000 umsatzstärksten globalen Unternehmen und verfolgte die Emissionsentwicklung anhand von Daten von S&P Global Trucost. Der Anteil der 2,000 größten Unternehmen mit Netto-Null-Zielen, die die Bereiche 1, 2 und 3 abdecken, ist von 37 Prozent im Vorjahr auf 41 Prozent gestiegen. Europa ist weiterhin führend: Fast zwei Drittel der großen Unternehmen verfolgen Ziele entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Der asiatisch-pazifische Raum verzeichnete den größten jährlichen Zuwachs. Nordamerika, lange Zeit Nachzügler, legte ebenfalls zu und erreichte 29 Prozent.
Unternehmen gehen von der Zielsetzung zur Werkzeugbereitstellung über.
Die Studie zeigt einen zunehmenden Trend hin zur praktischen Umsetzung. In der Stichprobe von 4,000 Unternehmen sind 13 von 21 wichtigen Dekarbonisierungshebeln – von Energieeffizienz und Abfallvermeidung bis hin zu erneuerbaren Energien und der Einbindung von Lieferanten – mittlerweile Standard. Große Unternehmen nutzen durchschnittlich 13 Hebel, im Vergleich zu 11.5 im Vorjahr.
Effizienz- und kostenorientierte Maßnahmen bleiben der Ausgangspunkt, doch der Bericht weist auf eine stärkere Diversifizierung der Instrumente hin. 87 Prozent der Unternehmen nutzen Energieeffizienz mittlerweile als primäres Instrument; 81 Prozent beziehen Strom aus erneuerbaren Energien; und fast vier von fünf arbeiten direkt mit Lieferanten zusammen. Immer mehr Unternehmen verknüpfen zudem Emissionsziele mit internen Anreizen: Der Anteil der mitarbeiterbezogenen Klimaziele ist von 23 Prozent vor zwei Jahren auf 57 Prozent gestiegen.
Diese Expansion ging mit einer messbaren Veränderung der Emissionsintensität einher. Die Unternehmensumsätze der weltweit größten Firmen sind seit 2016 jährlich um 7 Prozent gestiegen, während die gesamten betrieblichen Emissionen unverändert blieben. Drei Viertel der Unternehmen haben in diesem Zeitraum ihre Emissionsintensität gesenkt, und etwas mehr als die Hälfte hat die absoluten Scope-1- und Scope-2-Emissionen reduziert.
Der Fortschritt verlangsamt sich dort, wo es am wichtigsten ist.
Trotz neuer Ambitionen bestehen weiterhin erhebliche Lücken bei der Umsetzung – insbesondere in Sektoren, die für das globale CO₂-Budget von zentraler Bedeutung sind. Nur 16 Prozent der Unternehmen sind auf Kurs, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Dies entspricht lediglich 4 Prozent der Gesamtemissionen im gesamten Datensatz. Emissionsstarke Branchen wie die Energie- und Rohstoffindustrie hinken am weitesten hinterher. Viele erhöhen ihre betrieblichen Emissionen trotz festgelegter langfristiger Ziele weiterhin.
Diese Diskrepanz verdeutlicht die strukturellen Herausforderungen bei der Reduzierung kohlenstoffintensiver Wertschöpfungsketten. Laut Bericht beteiligt sich die überwiegende Mehrheit der Unternehmen an Partnerschaften oder Branchennetzwerken, um einen systemweiten Wandel zu beschleunigen. Die Fortschritte bleiben jedoch uneinheitlich, solange es an stärkeren politischen Garantien und Rahmenbedingungen für die Skalierung kapitalintensiver Technologien mangelt.
Governance und Finanzdisziplin erweisen sich als Unterscheidungsmerkmale.
Die Studie betont, dass ambitionierte Ziele nur dann zu messbaren Fortschritten führen, wenn sie durch eine strenge Unternehmensführung unterstützt werden. Unternehmen, die wissenschaftlich fundierte Ziele, detaillierte Übergangspläne, Aufsicht durch den Vorstand und an Klimaergebnisse gekoppelte Vergütungsanreize kombinieren, senken ihre Emissionen im Durchschnitt um 2.6 Prozent pro Jahr. Vergleichbare Unternehmen, denen diese Komponenten fehlen, verzeichneten hingegen einen Anstieg der Emissionen.
Neunzig Prozent der Unternehmen verknüpfen die Dekarbonisierung mittlerweile mit einem höheren Geschäftswert, doch weniger als die Hälfte legt tatsächliche klimabezogene Investitionen offen. Zwei Drittel berichten nicht über nachhaltige Umsatzbeiträge, was die Transparenz für Investoren einschränkt – gerade in einer Zeit, in der regulatorische Rahmenbedingungen wie die CSRD und ISSB mehr Transparenz fordern.
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Globale Bedeutung
Die zentrale Botschaft des Berichts lautet, dass die Dekarbonisierung zunehmend in die Unternehmensstrategie integriert wird, selbst in einem sich verschärfenden politischen Umfeld. Die zukünftige Herausforderung besteht nicht darin, ob Unternehmen handeln, sondern ob sie wirksame Maßnahmen skalieren können. Für Investoren und politische Entscheidungsträger bietet der Bericht eine zweigeteilte Botschaft: Die Klimaambitionen der Unternehmen festigen sich, doch die Fortschritte in emissionsintensiven Sektoren müssen beschleunigt werden, um mit den globalen Netto-Null-Zielen in Einklang zu kommen.
Der Accenture-Bericht „Destination Net Zero 2025“ analysierte die öffentlichen Angaben der 4,000 umsatzstärksten globalen Unternehmen und verfolgte die Emissionsentwicklung anhand von Daten von S&P Global Trucost. Der Anteil der 2,000 größten Unternehmen mit Netto-Null-Zielen, die die Bereiche 1, 2 und 3 abdecken, ist von 37 Prozent im Vorjahr auf 41 Prozent gestiegen. Europa ist weiterhin führend: Fast zwei Drittel der großen Unternehmen verfolgen Ziele entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Der asiatisch-pazifische Raum verzeichnete den größten jährlichen Zuwachs. Nordamerika, lange Zeit Nachzügler, legte ebenfalls zu und erreichte 29 Prozent.
Unternehmen gehen von der Zielsetzung zur Werkzeugbereitstellung über.
Die Studie zeigt einen zunehmenden Trend hin zur praktischen Umsetzung. In der Stichprobe von 4,000 Unternehmen sind 13 von 21 wichtigen Dekarbonisierungshebeln – von Energieeffizienz und Abfallvermeidung bis hin zu erneuerbaren Energien und der Einbindung von Lieferanten – mittlerweile Standard. Große Unternehmen nutzen durchschnittlich 13 Hebel, im Vergleich zu 11.5 im Vorjahr.
Effizienz- und kostenorientierte Maßnahmen bleiben der Ausgangspunkt, doch der Bericht weist auf eine stärkere Diversifizierung der Instrumente hin. 87 Prozent der Unternehmen nutzen Energieeffizienz mittlerweile als primäres Instrument; 81 Prozent beziehen Strom aus erneuerbaren Energien; und fast vier von fünf arbeiten direkt mit Lieferanten zusammen. Immer mehr Unternehmen verknüpfen zudem Emissionsziele mit internen Anreizen: Der Anteil der mitarbeiterbezogenen Klimaziele ist von 23 Prozent vor zwei Jahren auf 57 Prozent gestiegen.
Diese Expansion ging mit einer messbaren Veränderung der Emissionsintensität einher. Die Unternehmensumsätze der weltweit größten Firmen sind seit 2016 jährlich um 7 Prozent gestiegen, während die gesamten betrieblichen Emissionen unverändert blieben. Drei Viertel der Unternehmen haben in diesem Zeitraum ihre Emissionsintensität gesenkt, und etwas mehr als die Hälfte hat die absoluten Scope-1- und Scope-2-Emissionen reduziert.
Der Fortschritt verlangsamt sich dort, wo es am wichtigsten ist.
Trotz neuer Ambitionen bestehen weiterhin erhebliche Lücken bei der Umsetzung – insbesondere in Sektoren, die für das globale CO₂-Budget von zentraler Bedeutung sind. Nur 16 Prozent der Unternehmen sind auf Kurs, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Dies entspricht lediglich 4 Prozent der Gesamtemissionen im gesamten Datensatz. Emissionsstarke Branchen wie die Energie- und Rohstoffindustrie hinken am weitesten hinterher. Viele erhöhen ihre betrieblichen Emissionen trotz festgelegter langfristiger Ziele weiterhin.
Diese Diskrepanz verdeutlicht die strukturellen Herausforderungen bei der Reduzierung kohlenstoffintensiver Wertschöpfungsketten. Laut Bericht beteiligt sich die überwiegende Mehrheit der Unternehmen an Partnerschaften oder Branchennetzwerken, um einen systemweiten Wandel zu beschleunigen. Die Fortschritte bleiben jedoch uneinheitlich, solange es an stärkeren politischen Garantien und Rahmenbedingungen für die Skalierung kapitalintensiver Technologien mangelt.
Governance und Finanzdisziplin erweisen sich als Unterscheidungsmerkmale.
Die Studie betont, dass ambitionierte Ziele nur dann zu messbaren Fortschritten führen, wenn sie durch eine strenge Unternehmensführung unterstützt werden. Unternehmen, die wissenschaftlich fundierte Ziele, detaillierte Übergangspläne, Aufsicht durch den Vorstand und an Klimaergebnisse gekoppelte Vergütungsanreize kombinieren, senken ihre Emissionen im Durchschnitt um 2.6 Prozent pro Jahr. Vergleichbare Unternehmen, denen diese Komponenten fehlen, verzeichneten hingegen einen Anstieg der Emissionen.
Neunzig Prozent der Unternehmen verknüpfen die Dekarbonisierung mittlerweile mit einem höheren Geschäftswert, doch weniger als die Hälfte legt tatsächliche klimabezogene Investitionen offen. Zwei Drittel berichten nicht über nachhaltige Umsatzbeiträge, was die Transparenz für Investoren einschränkt – gerade in einer Zeit, in der regulatorische Rahmenbedingungen wie die CSRD und ISSB mehr Transparenz fordern.
Globale Bedeutung
Die zentrale Botschaft des Berichts lautet, dass die Dekarbonisierung zunehmend in die Unternehmensstrategie integriert wird, selbst in einem zunehmend angespannten politischen Umfeld. Die zukünftige Herausforderung besteht nicht darin, ob Unternehmen handeln, sondern ob sie die wirksamen Maßnahmen ausweiten können. Für Investoren und politische Entscheidungsträger bietet der Bericht eine zweigeteilte Botschaft: Die Klimaambitionen der Unternehmen festigen sich, doch die Fortschritte in emissionsintensiven Sektoren müssen beschleunigt werden, um mit den globalen Netto-Null-Zielen in Einklang zu kommen.
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