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PGE erwirbt vollständiges Eigentum an Polens zweitem Kernkraftwerksprojekt

PGE erwirbt vollständiges Eigentum an Polens zweitem Kernkraftwerksprojekt

PGE erwirbt vollständiges Eigentum an Polens zweitem Kernkraftwerksprojekt


• PGE erwirbt den 50-prozentigen Anteil von ZE PAK an PGE PAK Energia Jądrowa und wird damit vollständiger Eigentümer des Kernenergieentwicklungsunternehmens Pątnów.
• Das von südkoreanischen Partnern unterstützte und auf der Reaktortechnologie APR1400 basierende Kraftwerk soll jährlich 22 TWh produzieren – 12 % des polnischen Strombedarfs.
• Der Schritt stärkt die nationale Energiestrategie von PGE neben Projekten mit Westinghouse- und SMR-Initiativen und positioniert die Kernenergie als zentrale Säule der Energiewende in Polen.

Warschau treibt seine Atomambitionen voran

PGE Polska Grupa Energetyczna, Polens staatlicher Energieversorger, hat die vollständige Kontrolle über das zweite geplante Kernkraftwerk des Landes übernommen und damit einen wichtigen Vermögenswert in seinem CO2-armen Portfolio konsolidiert.

Das Unternehmen unterzeichnete einen Vorvertrag zum Erwerb des 50-prozentigen Anteils von ZE PAK SA an PGE PAK Energia Jądrowa SA, dem Joint Venture, das den Atomstandort Pątnów entwickeln soll. Die Übernahme, die vorbehaltlich der ministeriellen Genehmigung voraussichtlich Ende November abgeschlossen sein wird, macht PGE zum alleinigen Eigentümer des Unternehmens, das für die Überwachung der Standortstudien, die Finanzierung und die regulatorische Vorbereitung verantwortlich ist.

Das Pątnów-Projekt ist Teil einer umfassenderen Zusammenarbeit zwischen Polen und Südkorea, die 2023 begann und von beiden Regierungen sowie Korea Hydro & Nuclear Power (KHNP) unterstützt wird.

Zulassung durch die Aufsichtsbehörden im nächsten Monat erwartet

Der Abschluss der Transaktion bedarf der Genehmigung durch das für Energieressourcen zuständige Ministerium gemäß dem Gesetz über Investitionen in Kernkraftwerke. Nach der Genehmigung übernimmt PGE die vollständige Leitung und technische Leitung des Projekts, das als Eckpfeiler der polnischen Dekarbonisierungs- und Energiesicherheitsstrategie gilt.

Der Vereinbarung gingen über ein Jahr technischer Vorarbeit seit der Gründung des Joint Ventures im April 2023 voraus. Im August 2023 wurde beim Ministerium für Klima und Umwelt ein Antrag auf Grundsatzentscheidung eingereicht, dem später im selben Jahr die Genehmigung folgte. Damit wurde der Weg für die formelle Bauplanung und Finanzierungsrunden geebnet.

Südkoreas APR1400-Reaktoren als Ankerprojekt

Das geplante Kraftwerk in Pątnów wird zwei APR1400-Reaktoren einsetzen. Diese fortschrittliche Druckwassertechnologie wurde von KHNP entwickelt und ist derzeit in Südkorea und den Vereinigten Arabischen Emiraten im Einsatz. Nach Inbetriebnahme soll das Kraftwerk jährlich rund 22 Terawattstunden (TWh) Strom erzeugen, was etwa 12 % des derzeitigen Verbrauchs Polens entspricht.

Für Warschau bedeutet das Projekt nicht nur eine wichtige Industriepartnerschaft mit Seoul, sondern auch eine Absicherung gegen die Volatilität der fossilen Brennstoffmärkte. Die Regierung hat sich verpflichtet, Kohlekapazitäten durch stabile Kernenergie zu ersetzen und gleichzeitig die EU-Klimaziele zu erreichen.

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PGE hat erklärt, dass die vollständige Kontrolle über PGE PAK Energia Jądrowa die Entscheidungsfindung verbessern und den Zeitplan für die Umsetzung in der Region Bełchatów, wo das neue Kraftwerk errichtet werden soll, beschleunigen wird.

Kernenergie als Eckpfeiler des Energiemixes von PGE

PGE-Präsident Dariusz Marzec sagte, der Umzug werde „Stärkung der Fähigkeit der Gruppe, große Nuklearprojekte zu entwickeln und koordinierte Fortschritte in ihrem gesamten Portfolio sicherzustellen.“ Gleichzeitig treibt das Unternehmen gemeinsam mit Westinghouse Electric ein separates Atomprojekt in Pommern voran, bei dem die Reaktortechnologie AP1000 zum Einsatz kommt, und untersucht die Machbarkeit kleiner modularer Reaktoren (SMRs) in Turow.

PGE-Präsident Dariusz Marzec

Zusammen markieren diese Initiativen eine entscheidende Wende hin zur Kernenergie als stabilisierende Kraft im zukünftigen Energiesystem Polens. Sie soll veraltete Kohlekraftwerke ersetzen und die wachsende Kapazität an erneuerbaren Energien ergänzen.

Strategische Auswirkungen für Investoren und politische Entscheidungsträger

Für Investoren bedeutet die Konsolidierung für PGE eine klarere Governance-Struktur und eine direktere Kontrolle der Projektfinanzierung und Technologieintegration. Polen wird dadurch auch enger mit seinen globalen Nuklearpartnern vernetzt und die Zusammenarbeit über die EU hinaus auf die USA und Südkorea ausgeweitet.

Dieser Schritt wird in Brüssel aufmerksam beobachtet, da sich Polens Atompläne mit den energiepolitischen Debatten der EU über die Klassifizierung der Taxonomie, Finanzierungsrahmen und den allgemeinen Dekarbonisierungskurs des Blocks überschneiden.

Angesichts der Tatsache, dass Europa hinsichtlich seiner Energiesouveränität und der Diversifizierung der Energieversorgung einer erneuten Prüfung ausgesetzt ist, signalisiert die Konsolidierung von Pątnów durch PGE die Absicht Warschaus, den Ausbau der Atomenergie als nationale Priorität voranzutreiben – eine Maßnahme, die die Energielandschaft Mitteleuropas im nächsten Jahrzehnt umgestalten könnte.

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