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Städte benötigen 105 Milliarden Dollar für Klimaresilienz: CDP-Studie

Städte benötigen 105 Milliarden Dollar für Klimaresilienz: CDP-Studie

Städte benötigen 105 Milliarden Dollar für Klimaresilienz: CDP-Studie


• Der Investitionsbedarf der globalen Städte im Bereich Klimaschutz ist im Vergleich zum Vorjahr um 22 % auf 105 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 gestiegen.
• Grüne Infrastruktur und naturbasierte Projekte expandieren am schnellsten; sie haben sich seit 2020 mehr als vervierfacht.
• Trotz steigender Ambitionen suchen 87 % der Projekte noch immer nach Finanzierungsmöglichkeiten, die Hälfte hat bisher noch keine Mittel erhalten.

Die Nachfrage nach städtischem Klimaschutz übersteigt 100 Milliarden US-Dollar.

Laut CDP streben die Städte weltweit erstmals über 100 Milliarden US-Dollar zur Finanzierung von Klimainfrastruktur- und Resilienzprojekten an. Globale Momentaufnahme 2025Die Analyse – erstellt in Zusammenarbeit mit dem Globalen Konvent der Bürgermeister für Klima und Energie (GCoM) – zeigt, dass der Bedarf an städtischen Klimainvestitionen von 86 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf 105 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 gestiegen ist, was einem starken Anstieg von 22 % entspricht.

Der Bericht stützt sich auf Daten aus 507 Städten in 62 Ländern, die im Rahmen des CDP-ICLEI-Programms erhoben wurden und 2,164 Projekte umfassen. Die Ergebnisse, die während des COP30-Forums lokaler Führungskräfte in Rio de Janeiro veröffentlicht wurden, verdeutlichen das zunehmende Tempo der lokalen Klimaplanung angesichts des eingeschränkten Zugangs zu Kapital.

Gebäude und Energieeffizienz dominieren die Projektportfolios 2025 (420 Projekte), gefolgt von grüner Infrastruktur (338) und Verkehr (336). Beispiele hierfür sind Portos Vorhaben, bis 2027 43 % seiner Busflotte zu elektrifizieren, Freetowns „Treetown“-Initiative zur Erfassung von 1.2 Millionen Bäumen und Buenos Aires’ gemeinschaftliches Solarprogramm, das voraussichtlich jährlich 217,000 Tonnen CO₂ einsparen wird.

Finanzierungslücken untergraben den städtischen Fortschritt

Während die Ambitionen wachsen, bleibt die Finanzierung das größte Problem. Daten des CDP zeigen, dass 87 % der in diesem Jahr gemeldeten Projekte eine Finanzierung benötigen, wobei fast die Hälfte noch nicht finanziert ist. Schwellenländer stehen vor größeren Herausforderungen: 40 % ihrer Projekte streben eine vollständige Finanzierung an, verglichen mit 22 % in Industrieländern. Nur 7 % der Projekte, die ein Finanzierungsmodell identifiziert haben, setzen ausschließlich auf privates Kapital, und fast die Hälfte befindet sich noch in der frühen Planungsphase.

Die Investitionskonzentration ist ebenfalls unausgewogen. Entwickelte Volkswirtschaften decken 83 % des gemeldeten Finanzbedarfs ab, allen voran die Vereinigten Staaten (44 %) und das Vereinigte Königreich (23 %), obwohl Städte in Schwellenländern 40 % der Projekte ausmachen.

Begleitbericht von CDP, SchutzgebieteDies verdeutlicht, wie sich diese Finanzierungsunterschiede in ungleichmäßigen Fortschritten niederschlagen. In Indien sind lediglich 5 % der Klimaschutzmaßnahmen vollständig umgesetzt, verglichen mit 75 % in Japan und 86 % in China. Die Umsetzungsquoten in Lateinamerika und Afrika liegen bei 23 % bzw. 31 % – ein Beleg für das anhaltende Ungleichgewicht zwischen ambitionierten Zielen und deren Umsetzung.

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Naturbasierte Lösungen gewinnen an Bedeutung

Zu den am stärksten wachsenden Bereichen zählen naturbasierte Projekte, die auf Biodiversität, Wasserresilienz und grüne Stadträume abzielen. Zwischen 2020 und 2024 stieg der Anteil solcher Initiativen an allen gemeldeten Projekten von 7 % auf 15 % – eine Vervierfachung sowohl in Anzahl als auch Umfang. Städte setzen zunehmend auf Baumpflanzungen, die Renaturierung von Feuchtgebieten und grüne Korridore, um Hitzestress entgegenzuwirken, die Lebensqualität zu verbessern und die Biodiversität in dicht besiedelten Stadtgebieten zu schützen.

Dieser Wandel zeugt von einer wachsenden Anerkennung der Natur als Ressource sowohl zur Minderung von Umweltrisiken als auch zur Anpassung an den Klimawandel. Ohne eine nachhaltige Finanzierung bleibt dieses Potenzial jedoch weitgehend ungenutzt.

Überbrückung der Billionen-Dollar-Lücke

Die für 2025 angekündigten 105 Milliarden US-Dollar decken nur einen Bruchteil dessen ab, was Städte benötigen, um Klimaresilienz in großem Umfang zu gewährleisten. Weltweit benötigen städtische Gebiete schätzungsweise 4.5 Billionen US-Dollar jährlich für Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen. Derzeit erreichen weniger als 10 % der gesamten Klimafinanzierung die Städte, wodurch die meisten Kommunen auf nationale oder multilaterale Vermittler angewiesen sind.

Um dem entgegenzuwirken, fordern CDP und GCoM politische Entscheidungsträger und Investoren nachdrücklich auf, den Zugang zu Finanzmitteln auf Stadtebene im Vorfeld der COP30 zu verbessern. Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören die Einbettung lokaler Klimaprioritäten in die national festgelegten Beiträge (NDCs), die Entwicklung von Risikoteilungsmechanismen zur Gewinnung von privatem Kapital, der Ausbau von Initiativen wie der Coalition for High Ambition Multilevel Partnerships (CHAMP) und die Verbesserung der Offenlegungspflichten, um das Vertrauen der Investoren zu stärken.

Politische und Investitionserfordernisse

Katie Walsh, Leiterin des Bereichs Stadtklimafinanzierung bei CDP, erklärte, die Ergebnisse zeigten sowohl die wachsende Entschlossenheit der Städte als auch den dringenden Bedarf an Finanzmitteln. „Unsere jüngste Momentaufnahme verdeutlicht sowohl das Ausmaß ihrer Maßnahmen als auch das eklatante Ausmaß des benötigten Investitionsvolumens – das nun erstmals 100 Milliarden US-Dollar übersteigt. Der Finanzierungshahn für Städte, insbesondere in Entwicklungsländern, muss vollständig aufgedreht werden, damit Pläne in konkrete Projekte umgesetzt werden können.“

Asma Jhina, Seniorberaterin bei GCoM, bekräftigte diesen Aufruf und warnte, dass „Die Kluft zwischen den Klimaambitionen der Städte und der notwendigen Finanzierung bleibt eklatant.„Fast die Hälfte aller offengelegten Projekte ist noch nicht finanziert, wobei Schwellenländer mit den größten Kapitalbarrieren konfrontiert sind.“

Globale Relevanz

Für Investoren unterstreichen die Daten die wachsende Bedeutung von Städten als Akteure an vorderster Front im Klimaschutz – und als potenziellen Motor für nachhaltige Finanzströme. Für politische Entscheidungsträger verdeutlichen sie die Notwendigkeit einer Reform der Stadtverwaltung, die Städten den direkten Zugang zu globalen Finanzierungsmechanismen ermöglicht.

Angesichts der sich verschärfenden Klimafolgen und des rasanten Bevölkerungswachstums in Städten wird die Fähigkeit der Städte, Finanzmittel in großem Umfang zu mobilisieren, nicht nur die nationalen Emissionspfade, sondern auch die globale Resilienz maßgeblich beeinflussen. Im Vorfeld der COP30 lassen die Ergebnisse des CDP keinen Zweifel daran: Die globalen Klimaziele hängen zunehmend davon ab, die Städte weltweit zum Handeln zu befähigen.

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