US-amerikanische Technologieführer verknüpfen ESG mit ihrer Kerngeschäftsstrategie: IDC-Technologieumfrage
• 79 % der US-Unternehmen fordern von externen Technologieanbietern verifizierte Nachhaltigkeitsnachweise.
• Netzwerke, Cloud-Systeme und KI-Plattformen wurden als die drei wichtigsten Bereiche für die IT-Dekarbonisierung identifiziert.
• Fast jedes fünfte US-Unternehmen wird im Jahr 2025 Investitionen in Technologien für ökologische Nachhaltigkeit priorisieren.
Nachhaltigkeit rückt von der Pflicht zur Kernstrategie
Während sich der globale politische Fokus auf die COP30 in Brasilien richtet, deuten neue Erkenntnisse darauf hin, dass US-amerikanische Technologieführer Nachhaltigkeit nicht länger als optional betrachten. Ein von Expereo in Auftrag gegebener IDC InfoBrief. „Unternehmenshorizonte 2025: Prioritäten der Technologieführer – Digitale Agilität erreichen“ zeigt, dass ESG-Überlegungen mittlerweile branchenweit in die Kerngeschäftsstrategie integriert sind.
Die Studie zeigt, dass ökologische Nachhaltigkeit die Art und Weise beeinflusst, wie Unternehmen ihre digitale Infrastruktur gestalten, Partner bewerten und Technologiebudgets verteilen. 40 Prozent der US-Unternehmen geben an, dass die Verbesserung von Nachhaltigkeitskennzahlen die Kundenzufriedenheit direkt steigert, während 44 Prozent einen Zusammenhang mit betrieblichen Effizienzgewinnen sehen. Mehr als die Hälfte – 52 Prozent – betrachtet sie als Wettbewerbsvorteil.
Netzwerke, Cloud und KI rücken als Dekarbonisierungsprioritäten in den Vordergrund
Der Bericht identifiziert die IT-Infrastruktur selbst als entscheidenden Bereich für die Verbesserung der Klimabilanz. 47 Prozent der US-Unternehmen sehen in der Netzwerkanbindung den größten Einflussfaktor zur Senkung des Energieverbrauchs und der Emissionen. Cloud-Infrastruktur folgt mit 43 Prozent, KI- und Datenplattformen mit 38 Prozent.
Diese Ergebnisse verdeutlichen, wie eng Nachhaltigkeit mit Skalierbarkeit und Energieeffizienz verknüpft ist und Unternehmen dazu veranlasst, digitale Lieferketten zu optimieren, Rechenzentren zu konsolidieren und emissionsarme Konnektivitätslösungen einzuführen. Dieser Wandel spiegelt die zunehmende kritische Auseinandersetzung mit dem Energieverbrauch in datenintensiven Bereichen wider – von Hyperscale-Cloud-Anbietern bis hin zu KI-Trainingsclustern.
ESG-Kriterien prägen die Anbieterauswahl
Nachhaltigkeit verändert auch die Beschaffungsprozesse. Fast vier von fünf US-Unternehmen wenden mittlerweile formale ESG-Kriterien bei der Auswahl externer Technologiepartner an. Jedes fünfte Unternehmen besteht vor Vertragsabschluss auf aussagekräftigen Nachhaltigkeitszertifizierungen.
Dieser Trend spiegelt eine zunehmende Verschärfung der Verantwortlichkeit im gesamten Technologie-Ökosystem wider, wo Unternehmenskunden immer mehr Transparenz über den gesamten Lebenszyklus fordern – von Emissionsdaten über ethische Lieferketten bis hin zu Kreislaufwirtschaft bei Hardware. Für Anbieter werden Nachhaltigkeitszertifizierungen immer wichtiger, um Aufträge zu gewinnen, ähnlich wie Cybersicherheitszertifizierungen.
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Investitionsausblick: ESG-bezogene Technologieausgaben steigen
Mit Blick auf das Jahr 2025 planen 18 % der befragten US-Unternehmen, umweltverträgliche Technologielösungen zu priorisieren – von Energieoptimierungssoftware und Systemen zur CO₂-Erfassung bis hin zu umweltfreundlicher Rechenzentrumsinfrastruktur. Dies stellt eine deutliche Beschleunigung der Investitionen von Unternehmen in Technologie dar, die explizit auf die Dekarbonisierung ausgerichtet sind.
Die IDC-Analyse ordnet diese Entwicklung in einen umfassenderen Kontext der Konvergenz von Unternehmensresilienz, Compliance-Bereitschaft und Investorenerwartungen ein. Angesichts verschärfter Vorschriften zur Klimaberichterstattung und Lieferkettentransparenz nutzen Unternehmen Technologie sowohl als Instrument zur Einhaltung von Vorschriften als auch als Wachstumstreiber.
Führungsperspektive: ESG als Wettbewerbsvorteil
Sujata Kukreja, General Counsel und Chief Compliance Officer von Expereo, betonte, dass Nachhaltigkeit vom Rand ins Zentrum der Unternehmenswachstumsmodelle gerückt sei.
"Nachhaltigkeit ist kein Randthema mehr – sie ist zentral für die Art und Weise, wie Unternehmen arbeiten, Innovationen vorantreiben und wachsen.“ Sie sagte. „Technologieführer erkennen, dass es bei ESG nicht nur um die Einhaltung von Vorschriften geht, sondern um den Aufbau widerstandsfähiger, zukunftsfähiger Organisationen. Unternehmen müssen jeden Aspekt ihrer Technologiestrategie, einschließlich Konnektivität und Infrastruktur, an ihren Nachhaltigkeitszielen ausrichten.
Ihre Ausführungen deuten auf die zunehmende strategische Überschneidung zwischen digitaler Transformation und ESG-Performance hin. Unternehmen, die beides in Einklang bringen, können operative Einsparungen und langfristige Umsatzvorteile erzielen.
Der globale Kontext
Für Führungskräfte und Investoren spiegeln die Daten eine entscheidende Neuausrichtung der Prioritäten im Bereich der Unternehmens-IT in einem der weltweit größten digitalen Märkte wider. Da Nachhaltigkeitskennzahlen zu wichtigen Beschaffungskriterien werden, riskieren US-amerikanische Anbieter ohne glaubwürdige ESG-Zertifizierung den Ausschluss von Großaufträgen.
Da die globale Klimapolitik im Vorfeld der COP30 in eine neue Phase der Durchsetzung eintritt, signalisiert die Integration von Nachhaltigkeit in die Technologiepolitik einen umfassenderen Marktwandel. Was mit der Einhaltung freiwilliger Rahmenbedingungen begann, entwickelt sich rasant zu einem entscheidenden Wettbewerbsstandard in der gesamten digitalen Wirtschaft.
Lesen Sie die vollständige IDC-Umfrage unter Technologieführern. ..
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