SBTi veröffentlicht ersten Entwurf eines Netto-Null-Standards zur Förderung unternehmerischer Klimaschutzmaßnahmen
- Die Science-Based Targets Initiative (SBTi) hält an strengen Grenzen für den CO2-Ausgleich fest und konzentriert sich in erster Linie auf direkte Emissionssenkungen.
- Neue Vorschriften zielen darauf ab, die Reduzierung von Scope-3-Emissionen zu vereinfachen, wovon insbesondere kleinere Unternehmen und Schwellenländer profitieren.
- Der Vorschlag betont die Rechenschaftspflicht und eine klarere Verfolgung der Fortschritte der Unternehmen bei der Dekarbonisierung.
Die Science-Based Targets Initiative (SBTi) hat einen Entwurf ihres aktualisierten Corporate Net-Zero Standard veröffentlicht. Darin bekräftigt sie ihre vorsichtige Haltung gegenüber Emissionsgutschriften und führt gleichzeitig praktische Maßnahmen für eine schnellere Dekarbonisierung der Unternehmen ein.
Trotz früherer Forderungen nach einer Lockerung der Ausgleichsbeschränkungen bleibt die SBTi bei ihrer Haltung und lässt Emissionsgutschriften in erster Linie für Restemissionen zu – also für jene Emissionen, die nach rigorosen Dekarbonisierungsbemühungen übrig bleiben.
Kritiker argumentierten zuvor, diese Haltung behindere wichtige Klimafinanzierungen. Der neue Vorschlag fördert jedoch ausdrücklich Investitionen in Emissionszertifikate über die direkte Lieferkette eines Unternehmens hinaus, um umfassendere Klimaziele zu unterstützen.
Befürworter argumentieren, dass mit Emissionszertifikaten wichtige Klimalösungen wie die Wiederaufforstung finanziert würden. Kritiker warnen jedoch vor Messschwierigkeiten und verweisen auf Ungenauigkeiten und fragwürdige Auswirkungen auf die Umwelt.
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Zu den wichtigsten vorgeschlagenen Änderungen gehören flexible Ansätze für das Management komplexer Scope-3-Emissionen, die für Unternehmen ein großes Problem darstellen. Unternehmen könnten Ziele auf Grundlage umweltfreundlicher Beschaffungsstrategien festlegen oder ihre Bemühungen gezielt auf emissionsintensive Aktivitäten konzentrieren.
"Der Normentwurf schlägt mehr Flexibilität durch die Möglichkeit vor, Ziele für umweltfreundliche Beschaffung und Umsatzgenerierung festzulegen, anstatt ein Emissionsreduktionsziel festzulegen.”, heißt es in der SBTi.
Der neue Rahmen führt außerdem vereinfachte Richtlinien ein, die insbesondere mittelständischen Unternehmen und Unternehmen in Schwellenländern zugutekommen und ihnen den Einstieg in die Netto-Null-Verpflichtung erleichtern.
"SVereinfachte Anforderungen für mittelständische Unternehmen in Entwicklungsländern und KMU bieten eine Grundlage für universelle freiwillige Klimaschutzmaßnahmen von Unternehmen.”, heißt es in dem Entwurf.
Um die Rechenschaftspflicht zu verbessern, sieht der Vorschlag eine regelmäßige Bewertung und klare Kommunikation der Fortschritte im Hinblick auf die gesetzten Ziele vor, um transparente und nachvollziehbare Ergebnisse der Dekarbonisierung zu gewährleisten.
SBTi betont, dass fast die Hälfte der an den G7-Börsen notierten Unternehmen bis Ende 2024 ihre Ziele validiert haben wird. Dies unterstreicht die erhebliche globale Dynamik trotz des jüngsten politischen und rechtlichen Drucks, der einige Unternehmen, insbesondere in den USA, dazu veranlasst hat, ihre Klimastrategien zu überdenken.
In der Konsultationsphase werden nun die Beteiligten um Feedback gebeten, um den Standard fertigzustellen und sicherzustellen, dass er sowohl streng als auch praktisch bleibt.
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